Auf dem Weg … nach Bologna

Sansepolcro mit seinem Kilowatt-Festival. Bei 38 Grad unbedingt nötig.
Und sie sind seit 1500 dabei auf die verbliebenen Hostien aufzupassen.

Zwischenstation Faenza, Füße vertreten bei Mittagshitze, so bescheuert können nur Touris sein, wir leider auch. Was tun wir nicht alles für eine schöne Piazza.

Fast wie Venedig, nur viel, viel kleiner …

Und dann endlich Bologna, nach gefühlten 45 Jahren ein Wiedersehen. Aber was ist Erinnerung, was wiederholte Legende und was hat sich verändert? Wir haben eine Wohnung,zum ersten Mal nach fast drei Monaten und bleiben für drei Tage. Langsam werden wir die Stadt erkunden. Die erste Bar haben wir schon besucht, Tip unserer Vermieterin.

Alles fein, sagt Christoph vielleicht, dann aber auch das:

Wir kommen nach einem halbstündigen Fußmarsch völlig durchnäßt ab in unserer feudalen Unterkunft für 3 Tage, Internetgeheimcode, um die Tür unter den Arkaden zu öffnen, hohe Decken, kühlen Mamorfußboden, Spiegelschrank im Schlafzimmer, kleinen Balkon zum Innenhof und glücklicherweise einen Ventilator, denn kleine Klimaanlage. Zentralheizung, brauchen wir gerade nicht.

Mitten in der Altstadt nur für uns!
Wer kann länger? Je höher der Geschlechterturm, desto mehr Kohle. Heute braucht man die, damit die schiefen Dinger nicht zusammenstürzen. Noch 18 von mehr als 50 sind noch übrig. Wieviele der Familien von damals es wohl noch heute gibt?

40km Arkaden abzulaufen, mindestens 20 denkmalgeschützte Highlights besuchen, an einer der ältesten europäischen Universitäten vorbeischauen und in die Abschlußferiern auf der Piazza G. Verdi geraten, neue Architektur und alte Kanäle finden, in der Kräutermarkthalle Kaffee trinken, im Museum Modern Art eine beeindruckend-anstrengende Ausstellung zu Atomversuchen aller Nationen erleben, Apero nehmen, in der Eisdiele mit drei Hörnchen (mehr gibt es nicht als Auszeichnung) betörendes Eis schlecken, jeden Tag das durchweichte Kleid waschen und den ganzen anderen Touri-Kram auch mitzumachen, das ist Bologna.

Nach mehr als 45 Jahren ohne die blauen Bände unterm Arm und ohne zu wissen, was hier wirklich los ist, Tortelloni von Hand geformt kaufen (und kochen lassen), tolle Stoffe, schicke Schuhe, Kleider und Schmuck zu entdecken – nix zu kaufen, auch das ist Bologna. Die 6. größte Stadt Italiens, quirlig, jung mit 10.000 Studierenden und alt, mit sehr alten Alteingesessenen, unzähligen Kirchen, Palästen und inzwischen auch Autos. Dabei was Bologna mal eine, wenn nicht die erste Stadt, die ihre Altstadt autofrei halten wollte. Dennoch: hier wird viel und riskant geradelt auf möglichst alten Klapperkisten, die wenigstens nicht wegkommen, immer noch mit massiven Schlössern gesichert.

Nun, schaut selbst:

Filmfestival vor dem Dom
Arkaden, für Pferd und Reiter hoch genug – vor allem aber schattig.
Studies feiern zwanglos ihren Abschluss Erfolg – Lorbeer begrenzt und in Verkleidungen „verspottet.
Im Museum am“Bikini-Atoll“

Dabei ist die antifaschistische Tradition am Rathaus für alle jederzeit präsent.

Ausschnitt aus der Wand, die alle Widerstandskämpfer zeigt.

Und auch das ist zu finden:

Zum Abschluss für die Gartenarchitekten: seit dem 15. Jahrhundert der „obszöne“ Neptunbrunnen

Was wir noch gesehen haben: moderne Arkadenachritektur für viele Menschen zum Wohnen.

Die Geometrie di Palazzo Faccetta Nera von Francesco Santini
Ecklösung Arkaden

Bella tschau, bella tschau, meine Schöne … auf ein anderes Mal weniger heiß, hoffentlich.

Städtchenhopping in Umbrien, der Toskana und der Emilia Romana

Nach den Gartenmonstern schauen wir viele an Hänge geklebte Städtchen an, die alle verschieden und doch ähnlich sind. Früh mit Stadtrechten ausgestattet, reich an Patriziern, oft beherrscht von den Medicci, bestechen sie durch ihre Piazza, durch das herrschaftliche Rathaus und üppige Patrizierpaläste. Und Treppen, Treppen oder steile Wege. Freundlicherweise haben einige der Städtchen inzwischen sogar Aufzüge, die das Ganze erleichtern und es uns auch bei über 30 Grad (im Schatten) den Aufstieg zu wagen.

Wir waren in

  • Orvieto mit seinem gestreifenten Dom,
  • Todi, einen Sonntagsausflug machen, eine wunderbare Galerie besuchen und ein Hütchen für MM kaufen,
  • Montefalco, eine dicke Festung auf dem Berg für eine Nacht Kaffee, da der Caming, den wir nutzen wollten, schon voller Niederländer war und das Schwimmbad überfüllt,
  • Spello mit Kunst und Kultur und seiner 2-Sterne Kirche, die Montags geschlossen ist. Aber die Post hatte auf und das Hütchen ist nun auf dem Weg nach Agra,
  • Gubbio, mit vielen „Sehenswürdigkeiten“, kleinen Gassen, hohen Häusern, einem Museum mit mindesten 200 Stufen vom Fuß der Stadt bis zur hoch gelegenen Piazza. Außerdem einer Überraschung: eine Seilbahn mit offenen Körbchen befördert uns auf den Gipfel zur Wallfahrtskirche mit ganz wichtige nicht Reliquien von Jesus Christ. Außerdem 3 Prozessionsstatuen, die im Mai durch die Gegend geschleppt werden (300 kg und jede Menge Männer, die schleppen)
  • Cità di Castello mit der Burri-Foundation mit gleich zwei Museen für den Sohn der Stadt, der sich ganz der Moderne verschrieben hatte, kurz nach dem 2. Weltkrieg.

An Städtchen gäbe es noch viele mehr. Fürs erste reicht das fast. Wir werden in Bologna Station machen und für 3 Nächte in einem Appartement das Stadtleben auskosten. Dann ziehen wir weiter. Und nun die Fotostrecke:

Wir ziehen den Hut in Todi
Und sitzen auf der Piazza
Art auf der Piazza von Spello, Frau, Mann, Baum, Erde, die Schlange fehlt und auch der Apfel
Gubbios zentrale Piazza – grandissimo und dann von oben:
Eine rasante Talfahrt im offenen Korb
Das ist zu schleppen und oben kommen noch 3 Heilige drauf.
Burri im Museum: Material, Farbe un die Fantasie hin zur Abstraktion
Die schwarze Serie bespielen drei Hallen in den Trockenhäusern der alten Tabakfabrik von Cità di Castello. Das reicht dann. Waren wir deshalb die Einzigen, mal wieder?
Wir sind in der Zeitung!

Ein Lesetipp für alle, die gern was über die Mentalität von Menschen, Umbrien und alten Obstsorten lesen möchten, hier der Romantipp:

Anja Jonuleit: Der Apfelsammler, 2014

Bosco Sacre und Orvieto‘s Dom

„Skrurril, schön, unheimlich: Versteckt in einem Tal nördlich von Rom gibt es einen Park mit bizarren, riesigen Skulpturen, aus rohem Stein gehauen und mit Moos bewachsen. Der „Heilige Wald der Ungeheuer” wurde im 16. Jahrhundert von einem Adeligen angelegt, geriet dann in Vergessenheit und wurde erst Jahrhunderte später von dem Künstler Salvador Dalí neu entdeckt.“ (aus einem begeisterten Reiseblog, abgerufen am 20.7.19)

Da steht doch ein Papiertiger im Maul.

Kämpfende Riesen, Götter und Sirenen, die Besucher, Gäste und vor allem den ehemaligen Hausherrn begeistern sollen, alle möglichen Sagengestalten, Götter und -innen, die noblen Familien verherrlichen, stehen in einem wilde nicht Wald, der jetzt ausgewachsen, viele ehedem gedachte Blickwinkel verstellt. Und der Zahn der Zeit hat schwer an den Riesen genagt.

„Orkus, der Gott der Unterwelt , lockt mit weit geöffnetem Mund Spaziergänger in seinen Rachen, zu dem eine Treppe führt. Innen steht ein Tisch, der zu einem Festmahl einlädt. Die rätselhafte InschriftOgni pensiero vola” steht über seinen Lippen: „Jeder Gedanke fliegt“. (aus dem begeisterten Reiseblog, abgerufen 20.7.19)

Monsterwald, Italien
So war die Wiederentdeckung der Monster, da sahen sie doch richtig gefährlich aus.

Vicino Orsini, der letzte Feudalherr von Bomarzo, erträumte den Figurenwald und widmete ihn seiner 1564 verstorbenen Frau Giulia Farnese.

Mehr als 30 Jahre seines Lebens ließ er mehrere Künstler riesige Figuren aus Vulkangestein hauen, ein schiefes Haus sowie weitere seltsame Gebäude errichten und mit Inschriften versehen, die Kunsthistoriker bis heute nicht verstehen. Wir auch nicht!

Die Meermaid wartet seit Jahrhunderten auf frisches Wasser!

Außerdem sollte man den Park ausschließlich bei Regen im November besuchen, sonst kann man sich weder richtig erschrocken noch fürchten. Wir hatten vollen Sonnenschein, so sind die Monster scheinbar geschrumpft, wie der Scheinriese bei Jim Knopf waren sie kein Bisschen bedrohlich.

Die paar Stelen demnächst für unseren Garten?

Wir besuchen am Nachmittag Orvieto und den wunderbar gestreiften Dom. Was,für hübsche Zebras in Umbrien. Und innen erst! Da waren dann doch die Riesen am Werk.

Bescheidenheit geht anders. Katholische Lebenslust geht so.
Ein wenig schwindlig kann einem schon werden
Abends steht der Bus mal wieder ganz allein auf dem Zeltplatz in dem Bergen, ohne 7 Zwerge, aber mit Gekreisch der Stachelschweine. Können sich Buse auch fürchten?

Abruzzen

Schroffe Felsformationen, Ebenen, versteppt, karg, endlos weit, Kühe und Schafe bewacht von wuscheligen Hunden, mit weit klingendem Geläut. Ur ab und zu ein paar Häuser, windschiefe Unterstände für Tiere und Hirten, so gut wie keine Menschen. Ab und an ein Refugium, das die Besucher mit Spezialitäten der Gegend versorgt. Gleich daneben Grills zur Selbstbedienung, sonst nichts.

Im Winter, so wird berichtet, bis zu 3m Schnee, Winde, die über die Ebene fegen, Kälte, Kälte. Bei Schneeschmelze Sturzbäche, tiefe Erosionsrinnen, breite Ströme Wasser, das nur kurz bleibt bis zur Sommertrockenheit mit wenigen Wasserlöchern für die Tiere.

Und nicht gesehen: Bären, Wölfe, Gämsen, Adler, Wildschweine, Stachelschweine. Letztere (die wilden ) haben wir in Kalabrien nachts über das Campinggelände toben hören, Gerd hat sie auch gesehen. Tür zu, empfohlen!

In den caciare machen die Hirten ihren Schafskäse, Peccorino der Abruzzen
Ab und an ein Bergnest, Kräne zeigen die Zerstörung durch die Erdbeben schon von weitem

Keramik der Abruzzen hat Tradition und Zukunft. Wir finden nach vielen Kurven, Serpentinen und den obligatorischen Straßenlöchern das (!) Museum in dem (!) Ort,in dem auch die Uni für’s Keramikstudium angesiedelt ist. Es sind Ferien und wir dürfen dank der sehr freundlichen Mitarbeiterinnen auch die Werke der Studies und ihr eignes Museum/Archiv betreten. Wenn ich jemals Keramik studieren wollte, dann dort!

Altes wie Neues kurz bebildert:

Die alte Lady auf einem der Krüge
ein Kirchendach voller glasierter Kacheln
Moderne Wandschirme, gestaltet von den Studierenden, mit tollen Werkstätten, 70 in jedem Semester

Und Fische gaben auch als Semesterthema.

Z.B. 2 auf dem Grill

Begeisterung und froh, es gefundenen zu haben. Zurück zum Camping, abends bei Gewitterstimmung und echter „Kälte“, so 18 Grad, ein tolles Menü vor Ort.

Bohnen mit Ricotta, Wurst, Schinken, Käse sind die Vorboten für weitere Gänge bis zum Grappa für Gerd

Ein Tag mit Aussicht

Ein Bergtag überm See, übern See – und wir waren nicht schwimmen, viel zu kalt und zu groß mit 14 qkm. Aber schön anzuschauen: Campotosto

Gerd sitzt heute in seinem virtuellen Büro, ich habe Zeit und bastle dies und das. Das Leben ist langsam, lauwarm und windig – aber schön.

Oder auch so:

Von den blauen Bergen kommen wir …

LˋAquilla – einst eine barrocke Schönheit, heute ein verstörendes Erlebnis

Uninformiert, unvorbereitet wie fast immer, haben wir vor die 5 Schönheiten der Stadt zu besuchen. 

Zuvor jedoch müssen wir (!!!!!) zu Decathlon. Gerds kurze Hose ist am Hintern durchgescheuert. Wie hat er das nur gemacht. Die Hose ist schließlich erst 10 Jahre alt und ich habe sie gerade geflickt.

Decathlon ist immer gefährlich für den Geldbeutel. Eine klitzekleine Hängematte für nur 10,-€, 2 Kletterhaken nur 7€, eine Matte vor den Bus (etwas größer als unser Erbstück) für nur 10€. Zeug, brauchen wir das wirklich? Wir kaufen dennoch und 2 Hosen, 1 T-Shirt für Gerd und ein zweites Paar Socken für mich. Muss jetzt am Kaffee gespart werden? Aber nein!

Dennoch: Decathlon ist jetzt fertig. Wir gehen nicht wieder hin. 

Im Supermarkt finde ich die von Gerd langersehnte Salatschleuder zum Falten,noch 5,99€. Ok, das Leben!

Und endlich L‘Aquilla. Als wir uns der Stadt nähern, fallen uns als erstes die vielen Kräne auf und wir überlegen, was los ist. Im Hinterkopf rumort es: Erdbeben. Na endlich lesen wir. 

2009 starkes Beben mit 300 Toten und vollmundigen Versprechungen von Berlusconi. 5 Jahre später, nix passiert an Wiederaufbau, 5 werden verhaftet und 12.000 Personen in Neubauten am Rand der Stadt untergebracht. Wer hat woran verdient und wo sind die Subventionen für den Wiederaufbau nur geblieben? 

2016 das nächst Beben, erwartet weniger Stark, nur 6,5 auf der Richterskala und weitere Zusammenbrüche der alten Bauten.

2018 nich ein Beben.

Heute ist die Stadt geschient und in Gerüste gelegt. Viele Häuser sind schon wieder saniert, aber überwiegend leer, unbewohnt.

Der Stadtkern macht den Eindruck einer Geisterstadt – sehr bedrückend, berührend. Seit letztem Jahr sind einige Häuser fertig geworden und Menschen ziehen ein, vielleicht auch zurück, wenn die Renovierung bezahlbar bleibt.

Geschiente Häuser mit schon renoviertem 2-Sterne Denkmal
Vorher, nach der Restaurierung und dann die Zerstörung …
Nach dem Beben, eine Herkulesaufgabe, die L‘Aquila noch vor sich hat.

Mut gehört auch dazu wieder neu anzufangen. Was bleibt ist die Hoffnung, dass das nächste Beben auch mehr als 200 Jahre ausbleibt, wie von 1758 bis 2009. In eine ungewisse Zukunft…

Gedenken an die Toten

Wie verschönere ich einen Regentag und warte auf die liebe Sonne?

Ins Bett gehen bei Regen, aufwachen bei Regen – obwohl der unzuverlässige Wetterbericht nur kleine Wolken versprochen hatte – macht nicht viel Spaß in den Abruzzen. Aber nach einer sehr heißen Dusche, die es auf dem Campingplatz tatsächlich gibt und einem schnelle Zusammenpacken, frühstücken wir um 9.00 in der Dorfkneipe italienisch: Cappuccino und Cornetto, leider immer wieder mit Zucker versüßt, das ist hier Natur.

Der nahezu leere Innenraum mit Kanzel aus steinernem Filigran und einer Säule für die Osterkerze (kannte ich nicht zuvor), um die man noch 12 Kerzen stellen kann. Ohne Regen, mit schwarz drohenden Wolken über uns.

Die Richtung ist klar, raus aus den Wolken, runter ins Tal zur „der“ romanisch-gotisch in Anfängen Basilika „Abbazia San Clemente a Causaria“, eine der schönsten im LAnde und auch für uns. Oft erobert, zerstört, wieder aufgebaut, geplündert und nun restauriert. Wir sind mal wieder fast allein, probieren die Akustik, die Krypta, in der wohl die römischen Reste verbaut wurden und genießen Stille. Ein rares Gut in Italy! Alle anderen zum Kloster gehörenden Gebäude sind bei mehreren Erdbeben zusammengebrochenen und nix ist mehr zu sehen. Eine Geschichte die um 900 n.Chr., bis heute faszinierend. Vor allem eine Bronzetür aus dem 12. Jahrhundert. Eigentlich könnten die Meister schon alle Techniken und Formen, modern bis heute.

Leider kommt der Grünstich nicht richtig zur Geltung

Nächste Station Sulmona bei vollem Regen. Aber sofort ein Parkplatz für den Bus und rennen in die Bar für einen kleine Kaffee. Weiter geht’s mit Kirchen, aber auch mit Konfetti, Confetti, alles eßbar. Ihr werdet es nicht glauben.

Mandelkonfetti mit Zuckerüberzug, die Spezialität der Stadt. Guten Hunger!

Wollt Ihr mehr Kirchen sehen? Nein, lieber Landschaft der Abruzzen, wild, fast unbewohnt, zwischen steilen Felsformationen und weiten Hochebenen, dicke dunkle Wolkengebilde. in jedem Ort mindestens zwei, eher drei und mehr Kirchen. Sei’s drum!

Ohne Regen ist Sulmona ganz hüsch, zwischen. Römern, Renaissance, Barrock und Moderne
Palazzi Prozi mit einer Scherbensammlung aus vielen Jahrhunderten. Über 65-jährige dürfen umsonst gucken. Gerd auch, Urlaub macht alt??? Und fals noch was im Schmuckkästchen fehlt, immer an die alten Römer halten:
Ohne Regen!
Und ohne Menschen, daher mal wieder Nationalpark Majella

Vom Städtchen zurück zum Camp durch den Nationalpark Majella auf der einzigen Straße, die es gibt, sind viele Abbrüche und tiefe Löcher seit Jahren mehr oder weniger gut gekennzeichnet. Die Durchschnitsgeschwindigkeit sinkt auf ca. 25 bis 30km/std. Und überall dort, wo sich Löcher, Ritzen, Abbrüche und Spalten zeigen, rückt die Natur vor – ohne Gnade. Oft bleibt nur eine Spur zurück, wer Mut hat, fährt zuerst.

Lido – Mar – Spiaggia – Blu – Basta

Das muss man mögen – italienisches Flair – und das ist noch die moderate Fassung

Und dann ab in die Abruzzen: eine ungeplanten Regentag, der uns zwingt all unsere wärmsten Sachen wieder aus der Versenkung zu holen, dicke Hose, Wanderschuhe, Kaschmirpullover, Regenzwerge. Und dann ist auch noch Montag und im kleinen Ort St. Eufemia dal Mojella Montags alle Restaurants geschlossen. Wir hören dem Regen zu, unsere frisch gewaschene Wäsche bleibt feucht. Da müssen wir jetzt durch.

Die Welt hat auch dunkle und nasse Seiten

Eine touristische Eruption – Pompeji must have

Vom Camping bis zum Städtchen Pompeji sind es höchstens 3km. Gut für unsere Fahrräder. Die brauchen ohnehin Auslauf. Bis zur Ausgrabungsstätte ist es auch nicht weiter. Gut für den nächsten Tag.

Wir suchen ein kleines Restaurant, landen in einer Seitengasse, dann im hinteren Gartenteil. Ich bestelle das Tagesgericht, bekomme die obligatorischen Linguine und plötzlich liegt da auch ein halber Hummer, der die Nudeln freundlich zudeckt. Was für eine grandiose Überraschung für 18€ … Pompeji meint es gut mit uns.


Noch mehr Steine, wo ist das Besondere?

Ca. 8.500 Touris/Tag in der alten Stadt und wir waren dabei. Wir könnten ungefähr 1 Mio. Fotos hochladen, machen wir aber nicht. Selbst sehen macht Eindruck! Auch wenn Pompeii noch immer nicht vollständig ausgebuddelt ist (von den 66ha sind etwa 40 untersucht), noch viel Arbeit für willige Studis zu tun und bestimmt spannend. Auch wenn viele der „Schätze“, auch an Fresken inzwischen in Museen stecken und vor allem Kopien vor Ort sind u d die restlichen Originale nur mäßig geschützt sind, die Einlassorganisation zu wünschen übrig lässt (das ist auf jeden Fall gut Italienisch), es lohnt Picknick und reichlich Getränke mitzunehmen, wir fanden es spannend. Die Ausmaße und die 3. Dimension einer römischen Stadt sind in Pompeii, wo mehr als die Grundmauern stehen, gut vorstellbar.

Eine „normale“ Familie hatte durchschnittlich 12 bis 20 Mitglieder und bis zu 200 „Bedienstete“, also Sklaven. Da bräuchte man schon ein bißchen größere Häuser, jede Menge Garküchen und Schenken, damit der Hunger und Durst gestillt wurde. Und jede Menge Tempel und Götter, um die „Sünden“ zu bereuen.

Und in den Randbereichen, die geführte Tourigruppen mit ihren 2-stündigen Führungen nicht erreichen, ist man wieder fast allein. 

Offene Fragen: 

  • Wie hat die Kanalisation funktioniert? Sind die Fußwege einen halben Meter hoch, weil die Abwässer offen die Straße entlang liefen und wie hat das wohl gerochen?
  • Wie oft haben die Gladiatoren in der Arena ihr Blut vergossen und wieviele Löwen mussten Christen fressen?
  • Wieso haben die Menschen nach dem Erdbeben einfach an gleicher Stelle und unter einem aktiven Vulkan einfach weitergemacht als sei nicht geschehen?
  • Wie wäre es wohl, wenn Goldschmiede vor Ort nach alten Vorlagen arbeiten würden, würde das Pompeii sanieren?
  • Wieviel hat ein Ticket für Pink Floyd wohl gekostet als sie in der Arena gespielt haben für 4.000 Leute und war das Geld für die Restaurierung Oder für die eigene Tasche?

Alles egal, wir bräuchten eine riesige Flasche Wasser, um den Verlust auszugleichen.

Mio. Fotos hochladen, machen wir aber nicht. Selbst sehen macht Eindruck! Auch wenn Pompeii noch immer nicht vollständig ausgebuddelt ist (von den 66ha sind etwa 40 untersucht), noch viel Arbeit für willige Studis zu tun und bestimmt spannend. Auch wenn viele der „Schätze“, auch an Fresken inzwischen in Museen stecken und vor allem Kopien vor Ort sind und die restlichen Originale nur mäßig geschützt sind, die Einlassorganisation zu wünschen übrig lässt (das ist auf jeden Fall gut Italienisch), es lohnt Picknick und reichlich Getränke mitzunehmen, wir fanden es spannend. Die Ausmaße und die 3. Dimension einer römischen Stadt sind in Pompeii, wo mehr als die Grundmauern stehen, gut vorstellbar.

Eine „normale“ Familie hatte durchschnittlich 12 bis 20 Mitglieder und bis zu 200 „Bedienstete“, also Sklaven. Da bräuchte man schon ein bißchen größere Häuser, jede Menge Garküchen und Schenken, damit der Hunger und Durst gestillt wurde. Und jede Menge Tempel und Götter, um die „Sünden“ zu bereuen.

Und in den Randbereichen, die geführte Tourigruppen mit ihren 2-stündigen Führungen nicht erreichen, ist man wieder fast allein. 

Offene Fragen: 

  • Wie hat die Kanalisation funktioniert? Sind die Fußwege einen halben Meter hoch, weil die Abwässer offen die Straße entlang liefen und wie hat das wohl gerochen?
  • Wie oft haben die Gladiatoren in der Arena ihr Blut vergossen und wieviele Löwen mussten Christen fressen?
  • Wieso haben die Menschen nach dem Erdbeben einfach an gleicher Stelle und unter einem aktiven Vulkan einfach weitergemacht als sei nicht geschehen?
  • Wie wäre es wohl, wenn Goldschmiede vor Ort nach alten Vorlagen arbeiten würden, würde das Pompeii sanieren?
  • Wieviel hat ein Ticket für Pink Floyd wohl gekostet als sie in der Arena gespielt haben für 4.000 Leute und war das Geld für die Restaurierung Oder für die eigene Tasche?

Alles egal, wir bräuchten eine riesige Flasche Wasser, um den Verlust auszugleichen.

EIne Taverne, von denen es reichlich gab … leider nicht reaktiviert. Das wäre doch ein echtes Event.

Im zweiten Weltkrieg haben die Engländer auch Pompeji getroffen, weil sich dort angeblich noch Deutsche aufhielten. Dabei ging die Schule kaputt, anderes ist weiter Einsturz gefährdet, durch Erdbeben, Wassereinbrüche oder was immer auch gefährdet. Pompeji ist ein Geldfresser ohne Ende. aber was soll’s. Geld wird ohnehin verschwendet für vieles, was weniger Wert hat, als diese riesige Baustelle. Eine Bauhütte, wie für den Kölner Dom, haben wir nicht gesehen.

Das waren die Deutschen schon lange aus Neapel wieder weg, denn als Rommel Afrika aufgab, würde Neapel als Nachschubbasis überflüssig.
Die „Escola“ heute.

Was der Bus alles Neues hat und Ruth und Theis wohl nicht gebraucht haben …

Zuerst einmal einen Stromanschluss, der mit Solarenergie zu betreiben ist. Dafür ist die Faltkarten Solaranlage da.

Eine Solarlampe für den Campingtisch, die auch aufzuhängen geht für die romantischen Stunden.

Die Halterung, um den Tisch in der Seitentür zu versenken, ist selbstverständlich repariert. Dafür dürfte Gerd endlich in den Baumarkt und 2-Komponentenkitt kaufen.

Das Bett ist inzwischen auch „verkittet“.

Ein Sonnenschirm musste her,  der kleine war zu klein und der neue ist gelb, sonnengelb, passend zum Bus. 10€ lag im Budget drin.

Es gibt (hurra, seit heute) einen Faltkarten Toaster für das Morgenglück.  Milchsuppe ist meine Sache noch nie gewesen, das überlassen wir gern Theis.

Einen zweiten Herd, da ging gar nicht anders.

Eine nagelneue Faltschüssel für 10 l Wasser. Wer muss abwaschen? Der Koch nie!

Eine Wäschespinne, die keine Spinne ist, aber mit 2 Schrauben am Bus „eingefädelt“ werden kann und immerhin 4m Leine liefert.

Ein Supermückennetz für die Seitentür, damit GERD überlebt. Aus dem vorhanden werde ich eines für die Heckklappe basteln, die Magnete sind schon da!

Was wir nicht haben, aber schön wäre …

Einen großen Plastikteppich vor der Tür, da wird schon noch, war uns bislang zu „teuer“, vor allem aber zu häßlich.

Eine Plane, die von der Veranda herab hängt und (sollte es mal wieder regnen) ihn abhält. Haben wir bei anderen Campern gesehen.

Wir haben alles … und noch viel mehr.