Am Sonntag will mein Süßer mit mir Essen gehen – mitten in Graca an einem versteckten Ort in Lissabon

Nach einem ersten langen Spaziergang durch das Quartier Graca landen wir in einem Restaurant, an einer Kreuzung in die Ecke gequetscht mit Terrassen auf verschiedenen Etagen. Schon die Vielfalt der Tische, Stühle, Sonnenschirme und die Sitzordnung an den Tischen begeistert. Man sitzt nebeneinander, auch wenn man nur zu zweit ist, denn die Terrassen sind an einigen Stellen so schmal, dass nur Tisch und ein Stuhl Platz haben. Aber es stehen schöne Gläser, gefüllt mit weißen und orangenen Servietten auf dem Tisch und runden das Design des Hauses ordentlich ab. Da wir die ersten Mittagsgäste sind haben wir die Qual der Wahl und brauchen einige Zeit „den“ richtigen Tisch zu wählen. Und das machen wir auch erst nachdem geklärt ist, dass es 1. gegrillte Sardinen gibt und sie 2. frisch sind. Wir sitzen noch nicht lange – sozusagen als Animiergruppe – da strömen plötzlich weitere Gäste ins Resto. Das veranlasst Isabel zu weiteren Verhandlungen um Extrasardinen, denn wir beleben das Geschäft. Im Laufe der Zeit füllt sich der Laden mit den unterschiedlichsten Gästen: Touristen, die schon Mittags Whisky statt Wasser nehmen, Familien mit zappeligen Kinder, mehr oder weniger glücklich schauenden Paaren, die alle mit reichlichen Portionen abgefüllt werden. Immer mehr Tische werden hergezaubert, Stühle aus versteckten Ecken geholt und auf noch freien Plätzchen verteilt – wo immer möglich. Alle sollen und wollen versorgt werden. Das Personal rennt und rennt. der übergröße Grill, der den Innenraum des Resto beherrscht, feuert ununterbrochen. Allerdings nehmen wir von einem Toilettengang Abstand. Das ist nur was für Männer.

Als wir abschließend Kaffee bestellen, scheint auch das Geschirr knapp geworden zu sein. Wir jedenfalls haben jeder eine änder Tasse ohne passende Untertasse, aber mit viel Zucker und jeder hat seinen eigenen Löffel erhalten.
Wir würden immer wieder hingehen in diese perfekte Unperfektheit. 

 Die   wunderbare Tassensammlung zum Abschluss 

Die hellblauen pausbäckige Engel schwebend an die Wände gekachelt

    

Die kleinen Monster sehen dabei mehr oder weniger glücklich oder auch entsetzt aus, ist meist ja auch verdammt kalt in so einer Kirche oder im Palast, an den Häuserwänden sowieso

   Diese Engelein wohnen in Estremoz im Rathaus und in Evoras Kirchen

Auch hier hat die Sekularisierung ihren Preis gefordert. Viele der Wandbilder sind stark beschädigt worden, denn vielen kirchlichen Würdenträgern sind die Augen ausgeschlagen worden. Nicht so bei Jesus, Maria und den Engeln, dem heiligen Geist und den Jüngern. Alle andern, auch die abgebildeten Fürsten und sonstige Herrscher_innen müssten dran glauben. Heute finden wir das schade, zumal der Zahn der Zeit bei vielen Azulejos    ohnehin zum Abplatzen der Glasuren führt.   

 Irgendwo an Lissabons Hauswänden

Man kann natürlich alles neu machen lassen, die Künstler gibt es noch. Dann kostet das Stück Kachel zwischen zwei und fünf Euro, je nach Aufwand und Größe. Für so eine hohe Kirchenwand eine unbezahlbare Investition, vor allem in einem Land ohne Kirchensteuer und selbst mit: nicht zu finanzieren!

Schon gewusst?

Die Azueljos (al zulaij, arabisch) sind eine „Hinterlassenschaft“ der Mauren auf der iberischen Halbinsel, die über Jahrhunderte v.a. in Andalusien und in Portugal weiter entwickelt wurde. Erst wurden abstrakte Ornamente hergestellt, bis im 16. Jahrhundert die Majolika-Maltechnik bildhafte Darstellung zur Mode werden ließ. Natürlich zuallererst in Kirchen mit sakralen Darstellungen, dann beim Adel und auch bei reichen Bürgern, die sich ganze Wandteppiche aus Kacheln herstellen ließen.

Ermitage da Memoria, Capo Espichel, südlich von Lissabon 

Ich werde noch ein Plakat mit all meinen Lieblingskachelmotiven machen und später einfügen. Alles weitere im Museo National do Azulejo in Lisboa.

Literaturhinweis: Riolet ta Sabo und Jorge Nuno, Azulejos in Portugal. Fliesendekor in Palästen, Gärten und Kirchen. München 1998. 

 

Die billigen Fußleisten-Kacheln

Im vom Studenten bewohnten Palast in Evora, der hinter der Kathedrale, erfahren wir noch etwas neues über die Azulejos.

Die „Fußleisten“ Kacheln sind hier leider nicht zu sehen.

 
Die Wände eines Zimmers sind im unteren Teil mit den klassischen blauen Kacheln bedeckt. Die unterste Reihe ist von gleichem Blau, allerdings mit seltsam verschwommenen Mustern. Unser Führer klärt uns auf. Da die unteren Kacheln durch Besen, Feudel und heute Staubsauger häufig beschädigt werden, hat man dort nicht die teuren Kacheln genommen, sondern welche, die mit dem Malwasser der anderen Kachel und einem Schwamm eingefärbt wurden. Diese sind bei Beschädigung preiswerter zu ersetzen.

Prähistorisches liegt massenhaft um Evora in der Landschaft herum

Capella de S. Brissos – angebaut an ein altes Dolmengrab die ach so christliche Kirche, Aneignung ist alles.

Nr. 5 ist die oben gezeigt kleine Kirche mitten in der Pampa

Die Fundort rund um Evora Rund um Evora

Gruta do Escural wurde 1963 durch Zufall bei Sprengungen in einem Steinbruch entdeckt. Die Arbeiter stießen beim ersten Erkunden auf Schädel und Knochen und traten sofort die Flucht an. Die gruta ist eine der großen Tropfsteinhöhlen, die über die Jahrmillionen zunächst von Neandertalern und dann von Vertretern des homo sapiens bis in die Jungsteinzeit genutzt wurde. Ein heiliger Ort,  an dem man auch heute noch vieles Unentdeckte finden könnte. Wir, eine Gruppe aus Kanadiern, Engländern, Franzosen, aufdringlichen Holländern und Deutschen erlebt eine portugiesisch-englische Führung: „ok“?

Die Ritzungen und die Malerei in rotem Ocker und schwarzer Kohle sind fast verblasst oder über Jahrtausende von Stalagmiten überwachsen und brauchen jede Menge Interpretation und Phantasie. Bullen, Pferde und Menschen sollen malerisch verewigt sein. Dafür muss frau bestimmt Archeologin sein … Unsere Führerin schafft es bei jedem Bild, dass wir tatsächlich die Pferde, Stiere und Genitalien gezeichnet oder geritzt sehen. Bei einem zweiten Blick aber, ohne Lampe und Laserpointer könnten einem Zweifel kommen…

Da war auch schon bei den Steikreisen so. Auf einigen der Stelen sollen ja Gravuren sein. Lieder haben wir sie nicht gefunden. Erst als wir beim nächsten einsamen Megaliten in eine Privatführung gestolpert sind, durften wir den Haken (baculo) sehen – nur zu erkennen, wenn du das Gesicht auf den Stein legst und den Fingern des Führers mit den Augen folgst. Wie dem Laserpointer in der Höhle.

By the way,  die dicken Obelix-Steine beeindrucken immer wieder, auch wenn die spanische Jugend Null Respekt zeigt. Heilige Orte, besser schützen? Einzäunen? Wie ist die Lösung?

  

Cromeleque dos Almendres ohne und mit „Minivandalen“, Obelix ist leider nicht vorbei gekommen, um Ihnen eins auf die Birne zu glocken – im Hintergrund geschälte Korkeiche 2001

Tourismus – muss anders werden, wenn rural und Qualität stimmen sollen

 Auf dem Praca do Giraldo, Evora 

 Umweltfreundlicher Tourismus ist nicht einfach zu etablieren. Erst einmal ging und geht es um Geldverdienen. Insbesondere an der langen portugiesischen Atlantikküste haben sich Zentren des Massentourismus mit einer besonders hässlichen Architektur bis an den Sandstrand ausgebreitet. Es ist wie in vielen Regionen: Küstenstreifen mit Meer, Wasser und freinem Sand, dann die Autostraße, dahinter Bettenburgen, im Erdgeschoß dann Läden und Restaurants jeder Qualität, meist aber mit Imbißbudencharakter. Und Ostern voller Menschen, so dass sich Autoschlangen an den Spaziergängern vorbei drängen. Im Baedeker (in der Ausgabe von 2014) ist immer wieder von weißen, romantischen Fischerörtchen die Rede. Allerdings sind sie (manches Mal mit einem alten Kleisterst) nahezu verschwunden. Die Beschreibungen grenzen an Schönfärberei oder beschreiben einen Zustand von vor 35 Jahren als Portugal nach der Revolution als Reisedestination neu entdeckt wurde.

Bis auf eine sehr kleine und sehr abgelegene Bucht reihen sich von Norden nach Süden Strandzentrum an Bettenburg. Etwas beschaulicher geht es „noch“ an der Algarve zu. Hier wechselt eine eher angepasste maurisch-portugisische Architektur mit Bettenburgenzentren wie Faro, Lagos, Albufreira und andere mehr ab. Golfplatz reiht sich an Golfplatz, in einer Region mit nachgewiesener Wasserknappheit.

Ein paar romantische Ecken sind übrig geblieben, z.B. Tavira und ein paar versteckte Buchten in seiner Nähe oder Bragau an der Westspitze.

 

Turismo rural im Innern des Alentejo 

Im Landesinnern versuchen einige mit Rural Turismo oder Ecoturismo neue Qualitäten zu etablieren. So hat eine Vereinigung in einem fast verlassenen Dorf mit Hilfe von Spenden von 200 Interessierten 30 Häuser gekauft und sie nach und nach renoviert, bietet Wander-, Reit- und Radtouren an, hält Schafe und Esel, bestellt Gärten und Wiesen, verpflegt die Gäste in einem ansprechend renovierten alten Bauernhaus und hat so Arbeit für die Dorfbevölkerung schaffen können. Inzwischen sind einige wenige ehemalige Bewohner zurückgekommen. Auch sie renovieren ihre Häuser und bauen in ihren Gärten wieder Gemüse an. Zitronen und Organen gibt es ohnehin – wild.  

   EIne der einsamen Buchten südlich von Nazare, das Meer ist viel kälter als die Wärme Luft, so dass die gesamte Küste an diesem Tag im dunstigen Nebel versinkt und „kalt“ wirkt und 

   

 

Wilde, aufbrausende, schäumende See in Türkisblau auf der Halbinsel Peniche. Dreht man sich um, Bettenburgen 

„Das betriebsame Fischerstädtchen Peniche liegt auf einer felsigen Halbinsel …“ (Baedeker 2014: Portugal, S. 442), allerdings ist der vorrangige Eindruck Fischindustrie und Bettenburg … Erst auf den zweiten Blick oder gar den dritten erschließt sich vielleicht das Fischerstädtchen. Es lädt nicht zum Bleiben ein, trotz des wunderbaren Meeres.

An verschiedenen Hochschule und Schule kann Tourismus studiert werden. Die Qualität der Ausbildung und die Curricula kenne ich nicht. Diejenigen jungen Menschen, mit denen ich sprechen konnte, sprachen allerdings noch zu wenig Englisch, um tatsächlich aktiv touristisch tätig zu werden.

Dass der Urlaub und das touristische Angebot als Gesamtkunstwerk zu betrachten ist und seine sieben Bausteine alle gleichermaßen positiv gestaltet sein müssen, ist hier noch nicht (durchgängig) der Fall: Übernachten, Essen und Trinken (klappt zumeist), Infrastruktur (Hinweise sind zum Teil rudimentär und in der Regel informieren die Museen portugiesisch), Service (überaus freundlich und hilfsbereit, wenn auch zum Teil nicht ausreichend informiert und in fast jedem Ort eine Tourismusinformation), Ortsbild (siehe Bettenburg, aber natürlich gibt es sie, die weißen Städte und Dörfer, etwas abseits), Landschaft (viel, lieblich, eben Arkadien) und Verkehr (ein Autoreiseland, wenngleich man auch mit dem Bus und der Bahn viel erreichen kann, jedoch mit einem dünnen Fahrplan).

Da die Küste und der Süden vorrangig auf den Wirtschaftszweig Tourismus setzt und setzen muss (kaum Industrie, Fischfang und -verarbeitung an einigen wenigen Orten konzentriert, Weinbau), ist ein Entwicklungskonzept Tourismus (regional diversifiziert) wünschenswert. Ich konnte noch nicht ermitteln, ob es das gibt.

Und der Wein (der ja bekannt und beliebt ist) wird hier nicht wie in Frankreich, Deutschland oder Italien mit einer Degustation auf den Weingütern vertrieben. In den Städtchen gibt es gelegentlich einen Shop (der Kooperativen oder einzelner Güter), die ihren Wein anbieten. Jedoch ist eine Verkostung nicht obligatorisch – und wer kauft schon die Katze im Sack.

 

 

Korkeichen – everywhere

Quercus suber, buchengewächs, nicht winterhart, aber sonst super genügsam. Von einem Baum können 100 bis 200 kg Kork geerntet werden, allerdings nur alle 13 bis 15 Jahre. 

  Lichte Korkeichenhaine überall

Auf die Stämme der geernteten Bäume werden die Jahreszahlen der Ernte gemalt, damit der Stamm nicht wieder zu früh „verletzt“ wird. Klar, eigentlich für Flaschenkorken, heute aber für alles möglich mehr, wird der Kork verwendet. Schmuck, Fußboden, Wandverkleidungen, Isolierung und vieles, vieles mehr – vor allem für viel Kitsch.

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Verbreitungsgebiet rund ums Mittelmeer und ein ganz kleines Gebiet an der französischen Atlantikküste (wiki)

Diese wunderbar arkadischen Wälder der Kulturlandschaft sind zunehmend gefährdet, denn die Verwendung von Kork wird mehr und mehr durch andere Materialien ersetzt. Noch weiden Schafe und Rinder in den Wäldern und der dort typische Pardelluchs (sogar als Straßenschild) ist vom Aussterben bedroht. Er sieht ein wenig anders aus als die bei uns lebenden, dunkler und vielleicht weniger farbig – natürlich nicht zu entdecken.

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Das ist der Schöne, allerdings auch aus wiki …

„Die Korkeiche wächst als immergrüner Baum, der eine durchschnittliche Wuchshöhe von 10 bis 20 Metern oder in seltenen Fällen bis 25 Meter und Stammdurchmesser von 50 bis 90 Zentimeter erreicht. Er bildet eine dichte und asymmetrische, in einer Höhe von zwei bis drei Metern ansetzende Krone, die sich bei freistehenden Bäumen weit ausbreitet. Die Krone kann sich in mehrere voneinander abgesetzte, rundliche Teilkronen gliedern. Die jungen Zweige sind dicht hellgrau oder weißlich behaart. Ältere Äste sind kräftig und knotig. Ältere Bäume bilden nur noch kurze Triebe mit Längen zwischen 7 und 15 Zentimeter.“ (Wikipedia, abgerufen 5.4.2015) Sie können bis 400 Jahre alt werden, allerdings habe ich solche nicht gesehen.

Der Kork kann drei bis fünf Zentimeter dick werden. Nach der Ernte erscheint der Stamm in leuchtendem rotbraun.“ (Wikipedia, abgerufen 5.4.2015)

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Die geschälten Stämme mittelalter Eichen in lichten Wäldern

Das Land, in dem die Zitronen blühen und die Orangen überreif von den Bäumen fallen

5 kg Apfelsinen kosten zwischen 1 und 2 €, ein Sack Kartoffeln mit 10 kg Pommes de Terre 5 € am Straßenrand, im kleinen Laden in Evora wird 1kg Orangen für 49 Cent angeboten, Erdbeeren Kosten das Pfund noch 1,49 €, was richtig teuer ist.

Wer kann für so wenig Geld diese Früchte und das Gemüse überhaupt produzieren und dann noch davon leben?

 

Die dicken Zitronen wachsen einfach so im Garten, dick und „unbehandelt“, aber Gelee, Marmelade oder Likör oder    Sonstiges werden  nicht hergestellt.

Der Tod kommt Karfreitag

Passenderweise haben wir am heutigen Tag die Knochenkapelle besucht, insgesamt im Moment ein große Baustelle. Und rundum der Leidensweg Christi – gekachelt. Also insgesamt ein Tag der Klage, der Trauer, wie es althochdeutsch kara schon bezeugt.

   

 

Und nun gilt es zu warten bis zur Ostereiersuche – Auferstehung aus Ruinen?

Arkadien mit Korkeichen, gelben Lupinen, wilder Schopflavendel am Straßenrand, verstreut Orchideeden und Sonne, Sonne in einer uralten Kulturlandschaft

Seit drei Tagen ist endlich „Frühling“ für die Portugiesen, für uns ist es eher hochsommerlich zwischen 28 und 33 Grad mit dem hier abonnierten blauen Himmel. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.

Das Alentejo ist ein armes, auch an Bevölkerung armes Land – noch weniger dicht besiedelt als das Wendland. Und die Mehrheit der Einwohner ist älter oder noch älter. Landschaft, Weite, noch ist es grün, Rinder und Schafe Athen unter Korkeichen, Olivenbäume reihen sich an Schnüren auf, Schafe Weiden darunter in weiß, Braun und natürlich schwarz. Störche sind die zahlreichsten Bewohner. Pinien als Alleebäume unterwandern die Straße, hin und wieder ein dörflicher Flecken, meist gekrönt von einer großen weißen Kirche, auf römischen, maurischen Mauern, christlich erneuert. Eines der Verkehrsschilder zeigt einen „…“

Wer errät es? 

          

Das Land ist vor tausenden von Jahren schon „besiedelt“ worden. Steinkreise und Hinkelsteine rund um Evora sind stumme Zeugen, von denen man wenig weiß. Es soll „Ritzungen“ mit kultischen Symbolen, die ich nicht erkennen kann. Grabstätten aus dieser neolithischen Zeit mit gigantisch aufgerichteten Steinen schützten die Toten und sie waren wohl schon damals nach Himmelsrichtungen ausgerichtet. Diese Gäber sind von einem Clan über Jahrhunderte genutzt worden – auch noch in der Bronze- und Eisenzeit von den Nachgeborenen, die die alten Toten in den Gräbern ließen und ihre Toten dazu betteten.

Die gerade Verstorbenen wurden im Zentrum bestattet. Die zuvor Verstorbenen wuden dann an denRand gerückt und die „Neuen“ hatten das Privileg der Mitte – zumindest kurzfristig. In der Regel wurden „freundliche“ Stätten gesucht, Täler mit Weitblick, Wasser musste sein und das Land sollte fruchtbar sein. So zumindest vermutet die Archäologie. Eine Privatgruppe, die eine Guide gebucht hatten, der wirklich gute Infos vortrug, hat vier Jahre studiert, um nun als Reiseführer zu arbeiten. Andernfalls gab es nur die Möglichkeit der Immigration, denn in seiner Profession war und ist keine Stelle in Sicht.

 

Steinkreis von Cromeleque dos Almendres in der Nähe von 

  

Hühnengrab Anta do Zambujeiro, eine von acht in der Region gefunden Gabstätten, die größte in Protugal und erst in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Es ist die einzig gesicherte Stätte, alle anderen sind nur lokalisiert und Teil noch in Privatbesitz. Der Staat verfügt nicht über die Mittel das Land zu kaufen. Gibt es keine anderen Schutzmöglichkeiten? Nich weiß ich es nicht.