{"id":1048,"date":"2018-07-01T22:31:28","date_gmt":"2018-07-01T20:31:28","guid":{"rendered":"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/?p=1048"},"modified":"2018-07-02T17:59:58","modified_gmt":"2018-07-02T15:59:58","slug":"risiera-san-sabba-ein-ort-der-erinnerung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/?p=1048","title":{"rendered":"Risiera San Sabba &#8211; ein Ort der Erinnerung"},"content":{"rendered":"<p><em>Die Schrecken des Faschismus hatten auch Italien erfasst als die Deutschen nach Kapitulation Italiens auch hier ihren Feind sehen. <\/em><\/p>\n<p><em><b>Deutsch-italienische Beziehung &#8211; der Mythos einer Achse<\/b><\/em><\/p>\n<p><em>Zwischen dem 8. September 1943, der Kapitulation Italiens, und dem 2. Mai 1945, der Kapitulation der deutschen Einheiten in Italien, ermordeten Angeh\u00f6rige der deutschen Wehrmacht, SS und Polizei in Italien rund 11.400 italienische Milit\u00e4rangeh\u00f6rige, 44.720 \u201ePartisanen\u201c sowie 9.180 weitere M\u00e4nner, Frauen und Kinder.&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.zukunft-braucht-erinnerung.de\/autor\/fabian-grossekemper\/\">Fabian Grossekemper,\u00a0<\/a><\/em><em>1. November 2004 | Aktualisiert: 8. Juli 2017)<\/em><\/p>\n<p><em>Und f\u00fcr diese Masaker richteten die Deutschen das Konzentrationslager in Triest ein, heute ein Ort des Gedenkens, der durch seine Umgestaltung die Bedrohung durch seine Architektur zu fassen.<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Die ehemalige Reism\u00fchle (italienisch: Risiera) des Triester Ortsteils San Sabba wurde unter der deutschen Besatzung Ende Oktober 1943 in ein Sammel- und Durchgangslager umgewandelt. Hier wurden Geiseln, Partisanen und politische Gefangene sowie auch Juden interniert. Viele der Gefangenen wurden ermordet, nahezu alle anderen deportiert. <\/em><\/p>\n<p><em>1965 wurde die Risiera zum Nationaldenkmal erkl\u00e4rt und 1975 das \u00bbSt\u00e4dtische Museum Risiera di San Sabba\u00ab gegr\u00fcndet, das inzwischen mehrfach erweitert wurde.<\/em><\/p>\n<p><em>Nach der Kapitulation Italiens vor den Alliierten am 8. September 1943 und dem darauf folgenden Einmarsch der deutschen Wehrmacht geh\u00f6rte die Region Triest offiziell zur \u00bbItalienischen Sozialrepublik\u00ab, einem faschistischen Puppenstaat unter deutscher Besatzung. Faktisch war Triest als Hauptstadt der \u00bbOperationszone Adriatisches K\u00fcstenland\u00ab unmittelbar an das Deutsche Reich angegliedert und unterstand der direkten Kontrolle der deutschen Verwaltung.<\/em><\/p>\n<p><em>Nach ihrem Einmarsch im Herbst 1943 richteten die deutschen Besatzer in einer 1913 erbauten Reism\u00fchle (italienisch: Risiera) ein Internierungslager f\u00fcr italienische Kriegsgefangene ein. Ende Oktober 1943 wurde sie in ein \u00bbPolizeihaftlager\u00ab umgewandelt.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Lager unterstand innerhalb des SS- und Polizeiapparates der \u00bbSonderabteilung Einsatz R\u00ab, dessen <\/em><em>Mitglieder 1942\/43 entscheidend an der Ermordung polnischer Juden w\u00e4hrend der \u00bbAktion Reinhardt\u00ab beteiligt gewesen waren. Ihr Kommandeur, Christian Wirth, war zuvor als Inspekteur f\u00fcr die Vernichtungslager Belzec, Sobibor und Treblinka verantwortlich. Nach seinem Tod im Mai 1944 \u00fcbernahm August Allers die Leitung der Einheit, Josef Oberhauser befehligte den f\u00fcr das Lager zust\u00e4ndigen Abschnitt.<\/em><\/p>\n<p><em>In der Risiera wurden Geiseln, Partisanen und politische Gefangene aus Italien, Slowenien und Kroatien interniert. Sie wurden brutal verh\u00f6rt, gefoltert und viele von ihnen ermordet: Zwei- bis dreimal in der Woche fanden Massenexekutionen von 40 bis 70 Personen statt. Die Leichen wurden zun\u00e4chst im Trockenofen der Reism\u00fchle verbrannt, bis im M\u00e4rz 1944 ein Krematorium eingerichtet wurde. Tausende Gefangene, unter ihnen auch Juden aus Triest und benachbarten Regionen, wurden von San Sabba aus in andere Konzentrations- oder Vernichtungslager verschleppt. <\/em><\/p>\n<p><em>Am 29. April 1945 wurde das Lager aufgel\u00f6st. Um Spuren zu verwischen, sprengte das Personal vor seiner Flucht noch das Krematorium.&#8220; (Stiftung Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas)<\/em><\/p>\n<p>Heute ist nur noch ca. ein Viertel der ehemaligen Vernichtungsanlage zu sehen. 1945, bei der Flucht der Nazis, habe sie versucht ihre Spuren zu vernichten. Mit der Gestaltung der Gedenkst\u00e4tte ist eine &#8222;Basilika unter freiem Himmel&#8220; entstanden, die beeindruckt. Von den 700 Triester Juden haben nur 20 \u00fcberlebt. Wieviele Partisanen, Politsche, Homosexuelle und willk\u00fcrlich Internierte wirklich ermordet wurden und wo, ist bis heute unbekannt, denn durch die Sprengung der Anlage durch die Nazis auf der Flucht sind viele Unterlegen \u00fcber die Vernichtung der Gefangenen verbrannt.<\/p>\n<p>Zwar steht die Existenz des KZ in jedem Reisef\u00fchrer vermehrt, dennoch besuchen nur ca. 120 000 jedes Jahr diese St\u00e4dte. Sie ist ein Muss f\u00fcr jeden\u00a0Triest Besucher.<\/p>\n<p>Bertram Karl Steiner schreibt dazu ein seinem Essay \u201e\u00d6sterreich im Elysium\u201c: \u201eUnd jetzt? Fini? Hat das Wort etwas mit &gt;Finis&lt; zu tun? Ich will es nicht wissen. Aber was kann es besseres geben als ein Kaffeehaus, wo man in Ruhe gelassen wird? Das reinste Elysium, sage ich Ihnen. Oder kennen Sie etwas Besseres? Etwas Schlechteres schon. Kunstst\u00fcck. Kennen Sie die Risiera di San Sabba?\u201c (aus: Wurster, G. 2009: Triest, eine literarische Einladung, Berlin, S. 80)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schrecken des Faschismus hatten auch Italien erfasst als die Deutschen nach Kapitulation Italiens auch hier ihren Feind sehen. Deutsch-italienische Beziehung &#8211; der Mythos einer Achse Zwischen dem 8. September 1943, der Kapitulation Italiens, und dem 2. 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