{"id":39,"date":"2013-01-20T22:03:01","date_gmt":"2013-01-20T21:03:01","guid":{"rendered":"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/?page_id=39"},"modified":"2013-01-20T22:04:20","modified_gmt":"2013-01-20T21:04:20","slug":"das-planungssystem-in-den-usa","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/?page_id=39","title":{"rendered":"Das Planungssystem in den USA"},"content":{"rendered":"<p>Planung in den USA ist grunds\u00e4tzlich anders eingebunden in einen politisch-planerischen Prozess, als dies in Deutschland der Fall ist, auch wenn viele unserer Instrumente, wie die UVP, das Umweltinformationsgesetz oder Mediations- und Moderationsmethoden urspr\u00fcnglich von den USA \u00fcbernommen und in unser System eingebunden wurden.<\/p>\n<p>Eine Hauptcharakteristika ist sicherlich, dass die amerikanische Kultur und das amerikanische Selbstverst\u00e4ndnis von anderen Grundwerten ausgeht und daher Planungsprozesse anders gesteuert werden. Dabei darf grunds\u00e4tzlich von einer auch heute noch schwierigen Beziehung zwischen Planung und dem Selbstverst\u00e4ndnis amerikanischer Individualit\u00e4t ausgegangen werden. \u201eDer Staat hat mir nichts vorzuschreiben&#8230;\u201c und viele der v.a. konservativ orientierten US-B\u00fcrger lehnen Planung und ihre Reglementierungen noch heute ab. Die Idee \u201egleicher Lebensbedingungen\u201c f\u00fcr alle B\u00fcrger des Landes ist hier nicht verankert und auch nicht zu verankern, denn \u201ejeder ist seines Gl\u00fcckes Schmied\u201c und selbst f\u00fcr Fortkommen, Reichtum, beruflichen Erfolg und das Gl\u00fcck der Familie verantwortlich. Darum hat keine Regierung oder Administration Einfluss zu nehmen.<\/p>\n<h3>Die schwierige Beziehung zwischen Planung und der Amerikanischen Kultur<\/h3>\n<p>Der Amerikanische Individualismus ist \u00fcberzeugt davon, dass jeder Mensch die Verantwortung f\u00fcr sein eigenes Leben tr\u00e4gt und f\u00fcr seinen Erfolg oder sein Versagen einstehen muss. So ist nur eine minimale Steuerung durch den Staat gew\u00fcnscht und akzeptiert, denn jede Einflussnahme wird als \u201eBevormundung\u201c betrachtet.<\/p>\n<p>Da es nur wenige planerische Steuerungsm\u00f6glichkeiten gibt, ist die Handlungsf\u00e4higkeit einer Regierung und der Aministration begrenzt.<\/p>\n<p>\u201cThat government is best which governs least\u201d, sagt der 3. Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten Thomas Jefferson (1801\u20131809), Hauptverfasser der\u00a0<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unabh%C3%A4ngigkeitserkl%C3%A4rung_der_Vereinigten_Staaten\">amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung<\/a>. Begrenzte Regierungsmacht also, je weniger Regierung, ist auch heute noch das Credo. Damit ist die Idee des sozialen Ausgleichs, wie im deutsche Raumordnungsgesetz vorgesehen, obsolet. Jegliche Strukturierung des Raumes und der Umwelt muss mit Hilfe anderer Mittel und Instrumente erreicht werden. Und in der Regel gewinnt so der politisch und wirtschaftliche Potenteste, denn ihm m\u00fcssen die Politiker folgen, sind sie doch abh\u00e4ngig von dieser Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Als wichtigste Grunds\u00e4tze gelten die \u201cProperty Rights\u201d, die folgendes festlegen:<\/p>\n<p>\u201cNo person shall be (. . .) deprived of life, liberty, or property without due process of law; nor shall private property be taken without just compensation\u201d (Fifth Ammendment, Zusatzklausel der U.S. Constitution (Grundgesetz)). Somit kann eine Regierung die Freiheit des Individuums nicht mehr als absolut notwendig einschr\u00e4nken. Die Folge ist, dass ein Eigent\u00fcmer mit seinem Eigentum tun und lassen kann, was auch immer er will. Er kann den Grund und Boden sich selbst \u00fcberlassen, so dass Wald w\u00e4chst, er kann ein Haus oder H\u00e4user errichten, er kann das Land verkaufen oder verschenken an wen er will. Ein staatliches Vorkaufs- oder Zugriffsrecht besteht nicht. Dieses Recht wird nur wenig begrenzt durch Planung, die eine \u201cZoning\u201d, also eine Fl\u00e4chennutzungplanung entwickelt.<\/p>\n<p>Dennoch, auch dieses \u201eZoning\u201c ist bei vielen Staatsb\u00fcrgern unbeliebt, einige B\u00fcrger lehnen Planungen sogar strikt ab. Hierf\u00fcr stehen insbesondere die stark konservativ ausgerichtete B\u00fcrger und Organisationen.<\/p>\n<h3><strong>Der Planungsrahmen<\/strong><\/h3>\n<p><em>Grund und Boden<\/em><\/p>\n<p>Zwar besitzt die Bundesregierung viel Land, es liegt aber i.d.R. nicht in der N\u00e4he von St\u00e4dten oder Ballungszentren. Eher sind es \u201eurspr\u00fcngliche\u201c Fl\u00e4chen der Natur und sie wirtschaftlich kaum interessant. Planerische Steuerungsm\u00f6glichkeiten sind daher gering, denn an diesem Land hat ledgl. der Naturschutz Interesse. Daher sind viele dieser Gebiete inzwischen unter Schutz gestellt, wof\u00fcr wie bei uns, viele verschiedene Schutzkategorien genutzt werden k\u00f6nnen. Die Gro\u00dffl\u00e4chigkeit dieser Gebiete ist f\u00fcr uns Europ\u00e4er, aus einem dicht besiedelten Land, in dem nahezu alle Fl\u00e4chen vollst\u00e4ndig genutzt werden und f\u00fcr jede Fl\u00e4che eine planerische Perspektive besteht, faszinierend und beneidenswert.<\/p>\n<p>Aber, diese \u00fcberwiegend schutzw\u00fcrdigen Fl\u00e4chen bieten der Bundesregierung kaum bis keine Perspektiven zur Fl\u00e4chenentwicklung, weit abgelegen und \u00f6konomisch uninteressant.<\/p>\n<p>Zudem liegt die Hauptverantwortung f\u00fcr die Raumentwicklung und die Stadtplanung bei den lokalen Entscheidungstr\u00e4gern der Politik. Die Bundesregierung kann und darf nicht eingreifen.<\/p>\n<p>Eine lange Geschichte privater Landerschlie\u00dfung und die Lust an Gewinn und Spekulation bestimmt auch heute noch planerisches Handeln, wobei ein Kompetenzwirrwarr auf der lokalen Ebene die Strategie privater Landerschlie\u00dfung und der Realisierung privaten Gewinns weiter f\u00f6rdert, obwohl die \u201eZoning\u201d und \u201eSubdivision Controls\u201d hier steuernd wirksam werden sollen.<\/p>\n<p>Die Hauptaufgabe und Alltagsarbeit der Stadtplanung in der USA ist es Zoning, also Fl\u00e4chennutzungen auszuweisen und die Subdivision Control zu realisieren, denn beide Instrumente stellen die Grundpfeiler des Planungssystems dar. Ma\u00dfgeblich ist das Konzept des Zoning.<\/p>\n<p><em>\u201eComprehensive Planning\u201d, \u201eZoning\u201c und weitere Planungskonzepte<\/em><\/p>\n<p>\u201eComprehensive Planning\u201d und \u201eZoning\u201d sind als Konzepte etwa um 1910 entstanden. Beide Reformideen sind Teil des \u201eProgressive Movements\u201c, d.h. sie sind u.a. als Reaktionen auf die politische Korruption und unwirtliche Lebensbedingungen zu verstehen. Mietskasernen, schlechte Gesundheitsbedingungen, mangelnde Erholungsm\u00f6glichkeiten und viele weitere Problem bestimmten die st\u00e4dtischen Lebensbedingungen. Die Folgen eines ungebremsten Kapitalismus und Individualismus waren rasch sichtbar geworden und beeintr\u00e4chtigten die wirtschaftliche Weiterentwicklung durch Krankheiten, Alkoholismus, hohe Kindersterblichkeit und durch weitere negative Momente.<\/p>\n<p>Die Idee, diese Probleme durch Expertenwissen, rationale Planungsans\u00e4tze und eine qualifizierte Verwaltung zu beherrschen, wurde von Architekten, Rechtsanw\u00e4lten, Ingenieuren geboren, die so Planung als neues Berufsfeld schufen. Politiker waren nicht beteiligt und nur zu einem kleinen Teil interessiert.<\/p>\n<p>Das Konzept des \u201eZoning\u201c wurde erstmals 1916 in New York verwirklicht und konnte sich schnell landesweit durchsetzen. Die Mehrzahl amerikanischer St\u00e4dte hatte einen \u201eZoning-Plan\u201c ehe sich die\u00a0Stadtplanung\u00a0etablieren konnte.<\/p>\n<p>Die Strategie des Zonig hat alle weiteren planerischer Aktivit\u00e4ten ausgel\u00f6st und heute hat fast jede amerikanische Stadt eine \u201cZoning Ordinance\u201d als Verordnung.<\/p>\n<p>\u201eComprehensive Plans\u201d wurden und werden von St\u00e4dten, \u201eCounties\u201d (Landkreisen) und von \u201eCouncils of Governments<a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a>\u201d (COGs) erstellt. Diese \u201aRegionalpl\u00e4ne\u2019 der COGs sind w\u00fcnschenswert, da sie aber ledgl. Richtlinien darstellen, fehlt ihnen die rechtliche Basis zur Umsetzung ihrer Ziele. Widersprechen diese Ziele den Interessen von St\u00e4dten und Landkreisen, fehlt es an Durchsetzungskraft.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Inhalte eines \u201eComprehensive Plans\u201d existiert keine Musterverordnung, so dass die Pl\u00e4ne stark variieren. I.d.R. enthalten sie Folgendes:<\/p>\n<ul>\n<li>die allgemeinen Entwicklungsziele f\u00fcr eine Stadt,<\/li>\n<li>einen \u00dcberblick \u00fcber die Geographie, die nat\u00fcrlichen Voraussetzungen und<\/li>\n<li>einen \u00dcberblick \u00fcber die zu erwartende Bev\u00f6lkerungsentwicklung<\/li>\n<li>die aktuelle und zu entwickelnde Wirtschafts- und Infrastruktur<\/li>\n<li>die Entwicklung von Kultureinrichtungen wie Theater, Sport etc. sowie<\/li>\n<li>die Erholungsangebote<\/li>\n<li>Trends und Hochrechnungen der Entwicklungspotenziale und<\/li>\n<\/ul>\n<p>In einem weiteren Schritt werden<\/p>\n<ul>\n<li>konzeptionelle \u00dcberlegungen zur Weiterentwicklung dargelegt<\/li>\n<li>Umsetzungskonzepte und -ma\u00dfnahmen, wie z.B. \u00c4nderungen von \u201eZonings\u201d und \u201eSubdivision Controls\u201d erarbeitet<\/li>\n<li>neue Infrastrukturma\u00dfnahmen und Ma\u00dfnahmen zur Ansiedlung neuer Wirtschaftszweige und Industrien entworfen und<\/li>\n<li>Ma\u00dfnahmen zur Weiterentwicklung von Kultur- und Erholungsangeboten entwickelt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Erarbeitung eines solchen \u201eComprehensive Plans\u201c erfordert eine umfassende Datenerhebung und \u2013analyse. Die Beteiligung der B\u00fcrger ist dabei unabdingbar. Diese Planung ist langwierig und fordert i.d.R. viel Zeit.<\/p>\n<p>Da den \u201eComprehensive Plans\u201d die Kompetenz zur Umsetzung fehlte, konnte das Konzept des \u201eZoning\u201d schneller greifen. Dennoch wurde die Entwicklung von \u201eComprehensive Plans\u201d \u00fcblich.<\/p>\n<p>Zoning verfolgt eingeschr\u00e4nktere Ziele. Es sichert:<\/p>\n<ul>\n<li>eine geordnete Fl\u00e4chenentwicklung der Stadt zu sichern,<\/li>\n<li>die Eliminierung widerspr\u00fcchlicher angrenzender Landnutzungen auszuschlie\u00dfen und Fl\u00e4chennutzungen zu harmonisieren,<\/li>\n<li>den Schutz der Gesundheit der Bev\u00f6lkerung und last not least<\/li>\n<li>den Wert der Grundst\u00fccke wohlhabender B\u00fcrger zu garantieren. Dieses letzte Ziel ist\u00a0<em>inoffiziell\u00a0<\/em>eines der wichtigsten, obwohl erst sp\u00e4t genannt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ist eine \u201eZone\u201d ausgewiesen, k\u00f6nnen nur dort benannte Nutzungen verfolgt werden. Nur den genannten wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten darf nachgegangen werden. Diese Fl\u00e4chenzuweisung entspricht etwa dem deutschen Fl\u00e4chennutzungsplan und wird als Structure-Plan bezeichnet.<\/p>\n<p>Das Konzept des \u201eZoning\u201d l\u00e4sst kumulative Nutzungen zu, wenn diese sich nicht negativ beeinflussen. Es ist also m\u00f6glich ein oder mehrere Einfamilienh\u00e4user in einer Zone des Einzelhandel zu bauen, wenn damit weder das Wohnen noch der Handel negativ ber\u00fchrt werden. Nicht m\u00f6glich ist es Wohnh\u00e4user in der Zone f\u00fcr (Schwer)industrieentwicklung zu errichten. Zonierungsregelungen k\u00f6nnen, m\u00fcssen aber nicht festlegen wie die Gescho\u00dfh\u00f6he der Geb\u00e4ude ist, wie gro\u00df die Grundst\u00fccke sein m\u00fcssen und wie die Baulinie ausgestaltet wird. Das Zoning legt die Anzahl Parkpl\u00e4tze, die z.B. f\u00fcr einen Wal-Mart erforderlich sind und v.a.m..<\/p>\n<p>Das Konzept des \u201eZoning\u201d wird vom Stadtplanungsamt oder von einem Fachausschuss erarbeiet und vom Stadtrat verabschiedet. In der Mehrzahl der amerikanischen St\u00e4dte ist dies schon vor vielen Jahren erfolgt.<\/p>\n<p>Das \u201eZoning\u201d wurden basierend auf bestehenden Fl\u00e4chennutzungen entwickelt, Bestehendes wurde best\u00e4tigt und nur f\u00fcr noch nicht erschlossene Fl\u00e4chen konnte der neue \u201ePlan\u201d Strukturen f\u00fcr die weitere Entwicklung entwerfen. \u201eNonconforming uses\u201d (in der Zukunft nicht mehr gew\u00fcnschte oder erlaubte Nutzungen) bestehen weiter bis diese auslaufen, die Geb\u00e4ude abgerissen werden, abbrennen oder sehr lange leer stehen und verfallen. Wenn das \u201eZoning\u201d ver\u00e4ndert werden soll und perspektivisch neue bislang nicht vorgesehene Nutzungen entwickelt werden sollen, kann ein sog. \u201eRezoning\u201d beantragt werden. Beispielsweise soll ein kleinerer Wohnkomplex in einer Zone f\u00fcr Einfamilienh\u00e4user oder eine Wohnsiedlung in einer agrarischen Zone gebaut werden, sind die Eigent\u00fcmer und Nutzer der angrenzenden Grundst\u00fccke zu informieren und jeder B\u00fcrger, jede B\u00fcrgerin hat das Recht, in einer Anh\u00f6rung zu dem Vorhaben Stellung zu nehmen. Die Planungsabteilung erh\u00e4lt die M\u00f6glichkeit ein Gutachten vorzulegen, das die Vor- und Nachteile darstellt. Die Entscheidung wird abschlie\u00dfend von einem ehrenamtlichen Ausschuss getroffen. Sind B\u00fcrger mit dieser Entscheidung nicht einverstanden, kann beim Stadtrat Berufung eingelegt werden.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich wurde das Konzept des \u201eZoning\u201d au\u00dferordentlich kontrovers diskutiert, inzwischen aber haben Gerichte entschieden, dass Zoning verfassungskonform ist, auch dann, wenn der Wert eines Grundst\u00fccks sinkt.<\/p>\n<p><em>\u201eSubdivision Controls\u201d<\/em><\/p>\n<p>Immer noch wird die Mehrzahl neuer Wohnungen in den USA werden von privaten \u201eDevelopern\u201d (Bautr\u00e4gern) in neuen \u201eSubdivisions\u201d, Siedlungen am Stadtrand als Vorst\u00e4dte errichtet. Ein \u201eDeveloper\u201d kauft freie, i.d.R. landwirtschaftliche Fl\u00e4chen und gliedert sie in kleine Parzellen auf, um Ein- oder Zweifamilienh\u00e4user oder Wohnquartiere zu entwickeln, die dann verkauft werden. Wie wichtig dieser Markt ist, zeigt, dass knapp 2\/3 der UA-amerikanischen Bev\u00f6lkerung ein eigenes Haus besitzt.<\/p>\n<p>Die \u201eSubdivision Control\u201d-Gesetze bestimmen<\/p>\n<ul>\n<li>wie das neue Stra\u00dfennetz an das vorhandene Netz anzuschlie\u00dfen ist und sichert ab, ob Fu\u00dfwege anzulegen sind,<\/li>\n<li>wie die Ver- und Entsorgung geregelt wird,<\/li>\n<li>die Stra\u00dfenbreite und regeln alle erforderlichen technischen Baubestimmungen,<\/li>\n<li>die Gr\u00f6\u00dfe der Grundst\u00fccke und<\/li>\n<li>ob der \u201eDeveloper\u201d der Stadt Fl\u00e4chen f\u00fcr \u00f6ffentliche Belange wie Schulen, Parks, Feuerwachen oder andere \u00f6ffentliche Einrichtungen \u00fcberlassen muss sowie<\/li>\n<li>u.v.m..<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der \u201cDeveloper\u201d muss zumeist zu einem gro\u00dfen Teil f\u00fcr die Kosten der neuen Infrastrukturen aufkommen. In anderen St\u00e4dten zahlt der \u201cDeveloper\u201d der Stadt \u201eimpact fees\u201d, um f\u00fcr die Kosten des Stra\u00dfenneubaus und weiterer Infrastruktureinrichtungen aufzukommen.<\/p>\n<p>\u201eSubdivision Controls\u201d d\u00fcrfen dem \u201cZoning\u201d nicht widersprechen, sie k\u00f6nnen aber umfangreicher ausgestaltet sein. Die allt\u00e4gliche Arbeit einer Planungsabteilung in einer amerikanischen Stadt konzentriert sich \u00fcberwiegend auf die Verwaltung und Kontrolle des \u201eZoning\u201d und der \u201eSubdivision Controls\u201d.<\/p>\n<p>\u201eZoning\u201d und \u201cSubvidision Controls\u201d sind kompliziert zu handhaben. Immer wieder werden Ausnahmen erm\u00f6glicht, die Ver\u00e4nderungen und neue Beschl\u00fcsse erfordern. \u201eZoning\u201d und \u201cSubdivision Controls\u201d sind mit anderen Reglungen (z.B. den Reglungen der Bundesregierung zum Schutz Naturgebieten) abzustimmen und d\u00fcrfen auch diesen nicht widersprechen. Eine Aufgabe der Stadtplanungsbeh\u00f6rde besteht darin, daraus erwachsende Probleme zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Der Bau neuer Einkaufszentren oder Industriekomplexe in einer Stadt oder an deren Rand als neue \u201eSubdivisions\u201d, st\u00f6\u00dft immer wieder auf Widerstand. Die h\u00e4ufigsten Gegner sind<\/p>\n<ul>\n<li>die Umweltsch\u00fctzer und Umweltorganisationen,<\/li>\n<li>die B\u00fcrgerinitiativen, die \u201eSprawl\u201d, Zersiedlung und Ausdehnung in die Landschaft, L\u00e4rm und sonstige Umweltbelastungen f\u00fcrchten,<\/li>\n<li>die \u201eNeighborhood Associations\u201d, Quartiersvereine, die sich beeintr\u00e4chtigt f\u00fchlen und ihr angestammtes Wohnen so erhalten m\u00f6chten und<\/li>\n<li>die Eigent\u00fcmer angrenzender Grundst\u00fccke, die ihre oft nur ihre Privilegien wahren wollen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine Hauptaufgabe der Stadtplaner besteht daher darin, zwischen den verschiedenen widerstreitenden Gruppierungen zu vermitteln und Kompromisse auszuhandeln. Dann kann ein ver\u00e4ndertes \u201eRezoning\u201c beschlossen werden. Wird kein Kompromiss gefunden, erarbeitet das Stadtplanungsamt ein Gutachten und pr\u00e4sentiert der \u201ePlanning and Zoning Commission\u201d, evtl. auch dem Stadtrat, L\u00f6sungsideen. Da diese Kommission und \/ oder der Stadtrat endg\u00fcltig entscheidet, hei\u00dft erfolgreiche Planung auch politisch geschickt zu agieren.<\/p>\n<p>Aber St\u00e4dte begn\u00fcgen sich auch weniger umfassenden Pl\u00e4nen. So werden z.B. ledgl. Pl\u00e4ne f\u00fcr Weiterentwicklung der Innenstadt entworfen oder ausschlie\u00dflich Verkehrs- und Transportplanungen vorgenommen. Auch Pl\u00e4ne, die nur die<em>\u00a0<\/em>Sanierung von Slums verfolgen sind m\u00f6glich.<\/p>\n<div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref\">[1]<\/a>\u00a0COGs sind lockere Zusammenschl\u00fcsse von St\u00e4dten und \u201cCounties\u201d im selben Agglomerationsraum.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Planung in den USA ist grunds\u00e4tzlich anders eingebunden in einen politisch-planerischen Prozess, als dies in Deutschland der Fall ist, auch wenn viele unserer Instrumente, wie die UVP, das Umweltinformationsgesetz oder Mediations- und Moderationsmethoden urspr\u00fcnglich von den USA \u00fcbernommen und in unser System eingebunden wurden. Eine Hauptcharakteristika ist sicherlich, dass die amerikanische Kultur und das amerikanische &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/?page_id=39\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDas Planungssystem in den USA\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":2,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-39","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/39"}],"collection":[{"href":"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/39\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":43,"href":"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/39\/revisions\/43"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}