{"id":34,"date":"2013-01-20T22:01:05","date_gmt":"2013-01-20T21:01:05","guid":{"rendered":"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/?page_id=34"},"modified":"2013-01-20T22:02:21","modified_gmt":"2013-01-20T21:02:21","slug":"an-der-universitat","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/?page_id=34","title":{"rendered":"An der University of North Carolina at Greensboro"},"content":{"rendered":"<p>Hochschullehrer haben 9 Semesterwochenstunden Lehrverpflichtung, das h\u00f6rt sich gut an. Aber im ersten Studienjahr erfolgt so etwas wie eine Anpassung aller Studierenden an ein einheitlicheres Wissensniveau. Der Stoff entspricht etwas dem, was im letzten Schuljahr des Gymnasiums oder der Gesamtschulen vermittelt wird, so dass die Professorinnen und Professoren sich in diesem Jahr eher als \u201eLehrer\u201c verstehen. Die Studierenden belegen Kurse wie Philosophie, Geschichte und andere allgemeinbildende Angebote, bis sie dann im zweiten, oft auch erst im dritten Studienjahr entscheiden, was ihr Hauptstudienfach werden kann. Eine Entscheidung wie bei uns, dass mit dem Studium zugleich eine relativ klare Berufsperspektive verbunden ist, kann so nicht erfolgen. Das hei\u00dft auch, viele Studierende wissen noch nicht so recht, was sie mit ihren Studien nach dem Studium anfangen k\u00f6nnen. Allerdings ist auch das berufliche Leben in den USA sehr viel flexibler und durchl\u00e4ssiger als bei uns und das ist eine gro\u00dfe Chance aus dem eigenen Studium und den eigenen Interessen etwas sehr Individuelles aufzubauen, und wenn sp\u00e4ter neue Interessen hinzutreten oder sich die eigenen Lebensperspektiven ver\u00e4ndern, diesen zu folgen. Ein \u201enathloser\u201c Lebenslauf, wie in Deutschland noch immer gefordert oder erw\u00fcnscht, hat hier keine besondere Bedeutung.<\/p>\n<p>Studierende belegen in einem Semester 5 Kurse mit insgesamt 120 Crd., wenn sie im \u201eLehrplan\u201c, den es so strikt wie bei uns, nicht gibt. Diese Kurse sind wie bei uns mit etwa 3 bis 4 Stunden seminaristischem Unterricht verbunden, ebenso wird eine eigene Vorbereitung auf die \u201eKlassen\u201c gefordert, wie es hei\u00dft. Zentrale Vorlesung gibt es, aber sie spielen eher eine untergeordnetere Rolle. Am Ende stehen \u00fcberwiegen Ausarbeitungen und schriftliche Examina. M\u00fcndliche Pr\u00fcfungen sind selten, aber das Debattieren lernen, ist ein relevanter Faktor im Studium.<\/p>\n<p>Allerdings m\u00fcssen auch hier viele Studierende arbeiten, so dass sie \u00fcberwiegend 3 bis 4 Kurse schaffen und sich ihr BA-Studium von geplanten 3 Jahren h\u00e4ufiger auf mehr als 4 bis 6 Jahre verz\u00f6gert. Da die Studiengeb\u00fchren hoch sind, nur wenige Stipendien zur Verf\u00fcgung stehen, ist die Verschuldung schon zu Beginn der eigenen beruflichen Karriere hoch. In UNCG betr\u00e4gt die Studiengeb\u00fchr pro Semester $ 7.000 (enthalten sind Mensakosten, Bustransfer, zum Teil das Wohnen im Studentenwohnheim). Viele Studierende leben aber weiterhin zu hause, weil dies billiger ist.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis zwischen Hochschullehrern und Studierenden ist ein bisschen anders als in Deutschland. Die amerikanischen Studierenden begegnen ihren Hochschullehrern mit mehr Respekt, kommen scheu zur Sprechstunde und diskutieren ansonsten au\u00dferhalb der Kurse wenig mit ihren Professoren. Allerdings laden die 3x3m gro\u00dfen B\u00fcros auch nicht gerade ein, in der Hochschule zu arbeiten, so dass die Hochschullehrer dort nur ihre Sprechstunden abhalten. In der Regel wird eine Stunde pro Woche angeboten, vieles l\u00e4uft aber auch \u201enach Vereinbarung\u201c.<\/p>\n<p>Jeden Monat wird ein Test geschrieben, den die Hochschullehrer bewerten und der den Studierenden zeigt, wie ihr aktueller Level ist und woran sie noch arbeiten m\u00fcssen. Ein Kurs ist nicht bestanden, wenn \u2013 egal aus welchem Grund \u2013 10 Fehlstunden auftreten oder nur der Level F erreicht wird, was bei uns \u201enicht bestanden\u201c bedeutet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/?attachment_id=20\" rel=\"attachment wp-att-20\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"P1010365\" src=\"http:\/\/wolfsreise.d-l-w.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/P10103652-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die UNCG hat einen auffallend hohen Anteil schwarzer und farbiger Studierender immatrikuliert und liegt mit 30% weit \u00fcber den sonst landesweit eher \u00fcblichen 10%. In Greensboro existiert eine weitere Universit\u00e4t, die \u00fcberwiegend von Schwarzen besucht wird. Sie stammt aus der Zeit der Rassentrennung und war urspr\u00fcnglich nur Schwarzen zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Da die Studierenden ihre Kurse selbst zusammenstellen m\u00fcssen und k\u00f6nnen, gibt es auch keine Stundenpl\u00e4ne in unserem Sinne, sondern die Auswahl erfolgt nach Beratung mit den Lehrenden gleichfalls individuell. Nat\u00fcrlich bestehen Regeln, wie viele und welche Art an Kursen f\u00fcr einen bestimmten Studienabschluss wie Geographie, Soziologie oder anderes zu belegen sind, doch ist die Wahl sehr viel freier als in der Landschaftsarchitektur. Diese Freiheit hat f\u00fcr beide Seiten Vor- wie Nachteile. Studierende, die noch nicht sehr gut \u201eorientiert\u201c sind, haben damit naturgem\u00e4\u00df mehr Probleme.<\/p>\n<h3><strong>Der Campus<\/strong><\/h3>\n<p>Die Universit\u00e4t ist in vielen Jahren langsam gewachsen und hat ihren Campus in einem alten \u201eUrwald\u201c, wie Bill sagt, hineinbebaut. M\u00e4chtige B\u00e4ume, vor allem Eichen, aber auch Ahorn und Maulbeerb\u00e4ume bestimmen das Bild, obwohl Bill erl\u00e4utert, dass Vieles verloren gegangen ist. Dicke, alte B\u00e4ume mussten fallen, aber auch heute noch ist der Campus gr\u00fcn, schattig und von ausgedehnten Rasenfl\u00e4chen unterbrochen. Der Campus selbst ist nahezu autofrei, viele Studierende fahren hier mit dem Rad oder relaxen auf B\u00e4nken. Der Staff nutzt Elektrokarren und fegt rasant um die Ecken. Die Gestaltung ist aufwendig, roter Ziegel bestimmt das Bild der Geb\u00e4ude und Wege. Alle Fl\u00e4chen sind \u00e4u\u00dferst gepflegt und f\u00fcr mindesten $ 100 kann jeder Spender einen Stein auf dem Weg der Spenden erwerben, auf dem er oder sie \u201everewigt\u201c wird. Das Einwerben von Spenden ist \u00fcbrigens die Aufgabe jedes Departements, jedes Studienfaches. Wenn Studierendenzahlen zur\u00fcckgehen oder das Sponsoring nicht ausreicht, steht eine Abteilung auch schnell vor dem Aus. Die deutsche Abteilung hat es gerade geschafft zu bestehen. Ihr Verbleib stand auf der Kippe. Gelernt wird v. a. Spanisch, ein wenig Franz\u00f6sisch und Italienisch.<\/p>\n<p>Schatten ist \u00fcbrigens das A und O in einem Land, in dem im Sommer Temperaturen von mehr als 30<sup>0<\/sup>\u00a0herrschen. Da bleibt man lieber drin bei k\u00fchlender Air Condition.<\/p>\n<p>Heute ist es eher k\u00fchl und das zum \u201eearth-day\u201c, der Geburtsstunde der Umweltbewegung, den die Studierenden nutzen, um auf dem Campus an Infost\u00e4nden zu informieren. Von regionalem Essen bis Klimaschutz ist alles dabei. Ein Tag, der in Deutschland keine Beachtung findet. \u00d6ko ist doch \u00fcberall drin.<\/p>\n<p>Und noch eine klitzekleine Beobachtung: alle Raucher d\u00fcrfen nur in 8 Meter Abstand zu den Geb\u00e4uden rauchen, so sieht es die Hochschulordnung vor, damit die anderen unberaucht durch die Eing\u00e4nge gehen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hochschullehrer haben 9 Semesterwochenstunden Lehrverpflichtung, das h\u00f6rt sich gut an. Aber im ersten Studienjahr erfolgt so etwas wie eine Anpassung aller Studierenden an ein einheitlicheres Wissensniveau. 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